„Kein Drehbuch. Kein Film.“ heißt die Kampagne, die von der renommierten Werbeagentur M&C Saatchi für den Verband Deutscher Drehbuchautoren erdacht wurde. Hat doch der Streik der Drehbuchautoren in den USA gezeigt, dass die gesamte Unterhaltungsbranche ohne Drehbücher ins Leere läuft.

M&C Saatchi hat für die deutschen Drehbuchautoren eine Kampagne entwickelt. Im Vordergrund stehen dabei Plakate, auf denen die Schauspieler Andrea Sawatzki, Natalia Wörner, Fabian Busch und Tim Bergmann ein großes Problem haben: Kein Drehbuch. Kein Film. Die Plakataktion, die mit Berlinale-Beginn am 8. Februar in der ganzen Stadt zu sehen ist, wird ergänzt durch Sticker und T-Shirts, die ebenfalls die Botschaft verbreiten sollen
„Diese Image-Kampagne, die uns von M+C Saatchi zur Berlinale vorgeschlagen wurde, kommt in der momentanen Stimmung wie gerufen“, freut sich Katharina Uppenbrink, Geschäftsführerin des VDD. „Durch den Streik der US-amerikanischen Drehbuchautoren herrscht eine große Aufmerksamkeit bei den Medien und der Öffentlichkeit für das meist unsichtbar bleibende Handwerk des Drehbuchschreibens.“ Mit der Plakataktion – für die Starfotograf Gregor Hohenberg gewonnen werden konnte – will der VDD die Schauspieler ins Boot holen und im ersten Schritt vor allem darauf aufmerksam machen, dass Filme zunächst in den Köpfen von Autoren entstehen und von ihnen geschrieben werden.
„Es gibt ein grundsätzliches Problem in unserer Gesellschaft, was die Bewertung kreativer Leistungen angeht. Und das Drehbuch ist das Fundament eines jeden Filmes“, erklärt Todd Schulz, Geschäftsführer von M&C Saatchi Berlin, sein besonderes Engagement für die Drehbuchautoren.
Die Wenigsten wissen, dass die Ideen und Geschichten für Filme, Serien und Sketche den Köpfen von Autoren entspringen. Mit ihren Drehbüchern vermitteln sie den Schauspielern nicht nur ihre Stories und Dialoge, sondern schaffen auch die Vorlage für unverwechselbare Rollen, die diese mit ihren Fähigkeiten zu eindrücklichen, oft unvergesslichen Charakteren machen.
„Die Kampagne ist ein wichtiger Schritt, die Drehbuchautoren in ihrem Kampf um Anerkennung und vor allem um Schaffensfreiheit zu unterstützen“, so Schauspieler Tim Bergmann,. „Ich wünsche mir, dass es mehr Raum für sperrige, mutige Geschichten gibt, die die Zuschauer auch herausfordern und ihren Horizont erweitern.“
Obwohl branchenintern bekannt ist, dass das Drehbuch nicht nur künstlerisch, sondern auch als Wirtschaftsgut die Basis eines Filmes darstellt, müssen Drehbuchautoren dennoch um ihr Recht auf eine sichtbare Nennung im Vor- und Abspann von Fernsehfilmen kämpfen. Sie werden meist nicht an Weiterverwertungen beteiligt, in den Pressematerialien zu Filmen häufig unterschlagen und manchmal nicht einmal zu den Premieren ihrer eigenen Filme eingeladen. Statt an den steigenden Gewinnen der Filme angemessen beteiligt zu werden, müssen sie seit vielen Jahren mit stetigen Honorarbeschneidungen leben.
Der VDD dankt allen Beteiligten ausdrücklich für das Engagement! Wie Todd Schulz von M&C Saatchi es formulierte (ohne die diese Kampagne es nie hätte geben können): „Für eine gute Sache arbeiten wir auch schon mal ohne Honorar.“ Und das taten auch (in alphabetischer Reihenfolge):
Tim Bergmann, Schauspieler
Fabian Busch, Schauspieler
Double Standards, Typography
Gregor Hohenberg, Fotograf
Martin Maaß, Drehbuchautor
Anne Müller, Drehbuchautorin
Odeon, Kino
Katharina Reschke, Drehbuchautorin
Pim Richter, Drehbuchautor
Andrea Sawatzki, Schauspielerin
Xao Seffcheque, Drehbuchautor
Natalia Wörner, Schauspielerin
+ das Team von M&C Saatchi
(Sollten Sie druckfähige Vorlagen benötigen oder weitere Informationen über die Aktion erfragen wollen, dann wenden Sie sich bitte an das Büro des VDD in Berlin: 030-25762973 oder info<at>drehbuchautoren<punkt>de.)
11. Februar 2008 um 11:48
[...] erreichen uns weitere Bekundungen der Solidarität mit der großen VDD-Aktion zur Berlinale, “Kein Drehbuch. Kein Film.“, einschließlich Grußworte der beiden [...]
15. Februar 2008 um 14:22
[...] Verleihung des Silbernen Bären für das Beste Drehbuch fällt zusammen mit der Aktion „Kein Drehbuch. Kein Film.“. Diese von der Agentur M&C Saatchi für den VDD konzipierte Kampagne steht im Zusammenhang [...]
18. Februar 2008 um 12:05
[...] Drehbuch. Kein Film. Grußworte downloaden Zur großen VDD-Aktion “Kein Drehbuch. Kein Film.” erreichten uns eine Menge Grußworte amerikanischer Kollegen, die uns ihre Solidarität [...]
27. Februar 2008 um 14:58
[...] haben auch dem hiesigen Berufsstand nur gut getan! Außerdem ist mit der Kampagne “Kein Drehbuch. Kein Film.” ein Stein ins Rollen gekommen, der auch durch das Ende des Streiks der US-Autoren nicht [...]
31. März 2008 um 8:36
[...] Dieser Artikel von Tilmann P. Gangloff in der ver.di-Zeitschrift MMM greift die VDD-Aktion “Kein Drehbuch. Kein Film.” auf und geht auf die Situation der Autoren in Deutschland [...]
26. April 2008 um 9:44
[...] Internet- und DVD-Verkäufen sahen. In diesem Zusammenhang habe ich etwas Interessantes gefunden: Die Aktion “Kein Drehbuch, kein Film”.So, so, es geht also um die Kreativen. Komisch, dass die dann immer um ihr Geld kämpfen müssen, [...]